Frühstart der Zecken: So schützt du dich und deinen Hund schon im Februar

4Pfoten-Urlaub Zecke auf der Haut
4Pfoten-Urlaub vollgesogene Zecke

Die Zeckensaison beginnt längst nicht mehr im späten Frühjahr – sie rückt Jahr für Jahr näher an den Winter heran. In vielen Regionen Europas werden aktive Zecken bereits im Februar gemeldet. Für alle, die gern draußen sind oder einen Urlaub mit Hund planen, ist das ein wichtiges Signal: Vorsicht beginnt früher, als man denkt. Besonders Familienhunde, neugierige Fellnasen und kleine Junghunde sind näher am Boden unterwegs und damit schneller im Gefahrenbereich.

In diesem Artikel erfährst du, warum Zecken immer früher aktiv werden, welche Regionen besonders betroffen sind und wie du dich und deinen Pfotenfreund zuverlässig schützt – ob zu Hause oder unterwegs.

Warum Zecken schon ab Februar aktiv werden

Dass Zecken längst nicht mehr bis zum späten Frühjahr warten, liegt vor allem an den milder werdenden Wintern. Viele Regionen Europas erleben inzwischen Temperaturen, die deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Für Zecken bedeutet das: keine echte Ruhephase mehr. Schon ab 7–8 °C werden viele Arten aktiv, krabbeln aus der Laubschicht und gehen auf Wirtssuche – selbst bei kurzen warmen Wetterfenstern.

Auch längere Feuchtperioden spielen eine Rolle: Zecken lieben hohe Luftfeuchtigkeit, und genau die tritt im Februar inzwischen häufiger auf.

Für alle, die draußen unterwegs sind oder einen Urlaub mit Hund planen, heißt das: Die Saison beginnt nicht „zu früh“, sondern passt sich neuen Bedingungen an. Neugierige Fellnasen, Junghunde und Welpen kommen durch ihre bodennahe Erkundung besonders früh mit Zecken in Kontakt.

Regionen in Europa mit frühem Zeckendruck

4Pfoten-Urlaub Italienurlaub mit Hund
4Pfoten-Urlaub Urlaub mit Hund am Gardasee, Italien

Der frühe Zeckenstart zeigt sich inzwischen in nahezu ganz Mitteleuropa – besonders dort, wo Winter regelmäßig über 0–5 °C bleiben. In Deutschland gelten Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern als Regionen, in denen Zecken teils schon im Februar aktiv werden.

Ähnliche Entwicklungen melden Österreich (Steiermark, Kärnten, Wien-Umgebung), die Schweiz (Tessin, Mittelland), Frankreich (Elsass, Rhône-Alpes) sowie Belgien und die Niederlande.

Im Süden Europas ist der frühe Start noch deutlicher:

  • Norditalien (Po-Ebene, Gardasee)
  • Slowenien, Kroatien (Küstenwälder, Hinterland)
  • Bulgarien, Rumänien (Karpaten, Donaunähe)
  • Spanien/Portugal (Nordregionen, Atlantikküste)

Selbst Städte wie Berlin, Wien, Zürich, Lyon oder Amsterdam melden an warmen Februartagen aktive Zecken in Parks und Hundewiesen.

Wer Urlaub mit Hund plant, sollte deshalb nicht nur auf klassische Risikogebiete achten, sondern auf das Wetterfenster – warme Wochen reichen aus, um die Saison zu starten. Fellnasen, Junghunde und Welpen sind hier besonders früh exponiert.

Neue Zeckenarten & warum sie die Situation verändern

4Pfoten-Urlaub Zecke auf Waldboden
4Pfoten-Urlaub Hyaloimma Zecke

Neben der bekannten Schildzecke breiten sich in Europa seit einigen Jahren neue Arten aus, die durch milde Winter ideale Bedingungen finden. Besonders im Fokus steht die Hyalomma-Zecke, ursprünglich aus südlicheren Regionen. Sie ist größer, schneller und kann Wirte aktiv verfolgen – ein Verhalten, das heimische Arten nicht zeigen.

In Deutschland wurden Hyalomma-Funde in Niedersachsen, NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Bayern bestätigt. Auch Österreich (Burgenland, Steiermark) und Teile der Schweiz melden zunehmend Sichtungen.

Die Auwaldzecke, früher regional begrenzt, breitet sich ebenfalls stark aus und kann Erreger übertragen, die besonders für Hunde relevant sind.

Für alle, die mit einer Fellnase oder einem neugierigen Pfotenfreund unterwegs sind – ob zu Hause oder im Urlaub mit Hund –, heißt das: Die Risikolandschaft verändert sich. Je besser ihr Zeckenarten und Aktivitätszeiten kennt, desto entspannter lässt sich das Reisejahr planen – gerade mit Junghunden oder Welpen.

FSME, Borreliose & weitere Erreger: Was du 2026 wissen solltest

Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen – auf Menschen und Hunde. Am bekanntesten sind FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose. Ein wichtiger Unterschied:

Menschen können sich gegen FSME impfen lassen – Hunde nicht.

Dafür gibt es für Hunde eine Borreliose-Impfung, während Menschen keinen entsprechenden Impfstoff haben. Dieser Unterschied sorgt oft für Verwirrung.

Neben diesen beiden Erkrankungen rücken weitere Erreger in den Fokus:

Anaplasmen, Babesien (für Hunde besonders ernst), Rickettsien und – in süd- und osteuropäischen Regionen – Ehrlichien.

Wer einen Urlaub mit Hund plant, sollte nicht nur regionale Warnmeldungen beachten, sondern auch den aktuellen Impfschutz des Vierbeiners prüfen. Junghunde und Welpen sind durch ihre junge Immunabwehr oft empfindlicher.

Der beste Schutz entsteht durch Aufklärung, Vorsorge und tägliche Zeckenkontrolle – zu Hause wie unterwegs.

Warum Hunde (und besonders Junghunde & Welpen) gefährdeter sind

4pfoten-Urlaub Hundewelpe auf dem Gras
4Pfoten-Urlaub Welpe tobt auf der Wiese

Hunde kommen Zecken viel häufiger nah als Menschen – schlicht, weil ihr Alltag näher am Boden stattfindet. Beim Schnüffeln, Toben oder Erkunden sind Fellnasen perfekte Zielscheiben für Zecken, die auf Grashalmen oder niedrigen Zweigen sitzen und auf vorbeikommende Wirte warten. Junghunde und Welpen sind besonders gefährdet: Sie sind neugieriger, kriechen öfter in Büsche und Bodendecker, die wir als „harmlos“ einstufen.

Hinzu kommt: Das Immunsystem junger Pfotenfreunde ist noch nicht vollständig ausgereift. Krankheiten wie Babesiose oder Borreliose können bei ihnen schneller zu deutlicheren Symptomen führen. Auch im Urlaub mit Hund steigt das Risiko, weil neue Gerüche und ungewohnte Wege zum intensiveren Erkunden einladen.

Wichtig ist keine Panik, sondern Routine: konsequenter Schutz, tägliches Absuchen und klare Zeckenprävention.

Check vor dem Urlaub: Was ihr vor der Abreise klären solltet

Bevor es losgeht, lohnt sich ein kurzer „Zeckenschutz-Check“ – egal, ob ihr einen Wochenendtrip plant oder einen längeren Urlaub mit Hund.

  1. Impfstatus prüfen:
    Menschen: FSME-Impfung in Risikogebieten.
    Hunde: Borreliose-Impfung je nach Region und tierärztlicher Empfehlung.
  2. Zeckenschutz wählen:
    Spot-ons, Halsbänder oder Tabletten – je nach Verträglichkeit und Reiseziel. Junghunde und Welpen brauchen eine altersgerechte Dosierung.
  3. Reiseapotheke packen:
    Zeckenzange, Desinfektion, Wundspray, Pinzette, ggf. Zeckenkarte.
    Welpen: ein sanftes Mittel bei kleinen Hautreizungen.
  4. Regionale Lage checken:
    FSME-Karten, Hinweise zu Babesiose oder Rickettsiose, Infos der Veterinärämter.

Ein gut vorbereiteter Vierbeiner reist entspannter – und du auch.

Schutzmaßnahmen unterwegs: Kleidung, Verhalten & tägliche Routinen

4Pfoten-Urlaub Fellpflege
4Pfoten-Urlaub Hund nach dem Spaziergang bürsten

Unterwegs entscheidet Routine darüber, wie gut ihr geschützt seid. Schon kleine Gewohnheiten machen im Alltag und im Urlaub mit Hund einen Unterschied.

Für dich:

  • helle, geschlossene Kleidung
  • lange Hosen in hohem Gras
  • feste Schuhe
  • Zeckenschutzmittel an warmen Februartagen
  • nach jedem Spaziergang: Kleidung ausschütteln, Körper kurz absuchen

Für deine Fellnase:

  • täglich Fell und Haut prüfen – besonders Achseln, Hals, Ohren, Leisten
  • nach Wald- oder Wiesenwegen: „Hand über Fell“, um krabbelnde Zecken früh zu finden
  • Bürstenritual nach dem Spaziergang

Auch im Winter lohnt das Absuchen. Ein sonniges Februar-Wochenende reicht, um Zecken zu aktivieren. Je früher du eine entdeckst, desto geringer das Risiko einer Übertragung.

Urlaub mit Hund: Was ihr in beliebten Reisegebieten beachten solltet

4Pfoten-Urlaub Wandern mit Hund im Urlaub
4Pfoten-Urlaub Wanderurlaub mit Hund in den Alpen

Ob Nordsee, Alpen oder Mittelmeer – jede Region hat ihren eigenen Zeckendruck, und der beginnt inzwischen oft früher als erwartet. Wenn ihr Urlaub mit Hund plant, lohnt ein Blick auf die Besonderheiten der Zielgebiete.

Nord- & Ostsee:
Viele fühlen sich hier sicher, doch auch Küstenregionen melden frühe Zeckenaktivität – vor allem in Dünenrandzonen, Heckenstreifen und Hundewiesen hinterm Deich. Der Wind täuscht häufig über das Risiko hinweg.

Alpen & Mittelgebirge:
Sobald der Schnee weicht und erste milde Tage kommen, werden Zecken aktiv – besonders entlang von Wanderwegen und Waldrändern. Junghunde erkunden diese Pfade gern.

Mittelmeer & Balkan:
Im Frühling und Herbst besteht hier fast durchgehend Zeckengefahr. Einige Arten übertragen zusätzlich Erreger wie Ehrlichien oder Babesien. Hunde mit dichtem Fell oder Welpen mit zarter Haut sind besonders exponiert.

Städtereisen:
Parks in Wien, Berlin, Lyon oder Ljubljana melden teils schon im Februar aktive Zecken – oft unterschätzt, weil man „nur in der Stadt unterwegs“ ist.

Gut vorbereitet reist es sich überall entspannter.

Milde Winter & warme Februartage: Warum „Winter“ kein Schutz mehr ist

4Pfoten-Urlaub Hund im Schnee
4Pfoten-Urlaub Winterspaziergang

Viele verlassen sich noch auf die alte Regel: „Im Winter gibt es keine Zecken.“ Das stimmt längst nicht mehr. Schon einzelne milde Februartage reichen aus, um Zecken zu aktivieren. Sobald es mehrere Stunden über 7–8 °C warm ist und der Boden nicht gefroren bleibt, werden sie aktiv und warten in bodennaher Vegetation auf ihre Wirte – ob im Wald oder Park.

Für dich und deinen Pfotenfreund heißt das: Auch ein Winterspaziergang kann zu einem Kontakt führen. Besonders im Urlaub mit Hund, wenn du fremde Landschaften erkundest, lohnt sich ein kurzer Check nach jeder Tour – auch an kalten Tagen.

Fazit

Die Zeckensaison beginnt heute deutlich früher – oft schon im Februar. Mit etwas Vorbereitung, konsequentem Schutz und kurzen Routinen nach jedem Spaziergang bleibt das Risiko gut beherrschbar. So könnt ihr euren Alltag und jeden Urlaub mit Hund entspannt genießen – auch in Regionen, in denen Zecken früher aktiv werden.

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