Schweden auf vier Pfoten – Luca entdeckt den Norden

Ich bin Luca. Mischling, mittelgroß, dreieinhalb Lieblingsplätze im Garten – und eine unerschütterliche Meinung zu Gummistiefeln. Meine Menschen nennen mich abwechselnd „unser Reisetalent“ und „der mit dem Matschproblem“. Beides stimmt.
Dieser Bericht ist für alle, die wissen wollen, wie Schweden wirklich ist – nicht aus Sicht von Reisedrohnen, sondern von jemandem, der mit der Nase zuerst unterwegs ist. Ich habe Wälder durchquert, Seen beschnüffelt und in mindestens drei Betten geschlafen, die eigentlich nicht für mich gedacht waren. Es war feucht, friedlich und voller Abenteuer. Also genau richtig.
Was jetzt folgt, ist mein Reisebericht. Kein Gehechel, kein Gekläffe – nur echte Pfotenberichte aus dem Norden. Ich erzähl, was funktioniert hat. Und was nass war. Und wenn ihr mitkommt, verspreche ich: Es wird nicht langweilig. Vielleicht ein bisschen sandig. Aber niemals langweilig.
Anreise mit Fell & Flair – Von Menschenplänen und Hundepausen
Die Reise begann wie immer: mit einem Koffer, der sich weigert, ohne Chaos geschlossen zu werden, und einem Blick von mir, der sagte: „Ihr vergesst nicht mein Futter. Nicht noch einmal.“
Sie vergaßen es nicht. Ich überprüfe das inzwischen persönlich.
Wir fuhren früh los – noch vor dem ersten Brötchen. Ich lag auf meiner Rückbank, angeschnallt, mit Aussicht. Der Wagen roch nach Kaffee, Nervosität und einem Hauch von Abenteuer. Meine Menschen diskutierten über Fähre oder Brücke. Ich hätte beides genommen. Hauptsache frische Luft und keine Katzenmusik im Radio.
Am Ende war es die Fähre. Irgendwas mit „Pause für uns alle“. Ich sah das anders: Auf einer Fähre darf man nicht überall hin. Und die große, vibrierende Halle roch nach Metall, Motoren und drei Dutzend anderen Hunden, die allesamt zu laut atmeten. Ich blieb ruhig. Ich bin kein Anfänger.
Sobald wir wieder festen Boden unter den Pfoten hatten, gab’s eine Pause im Grünen. Keine Raststätte – ein echter Waldstreifen. Ich markierte höflich, wälzte mich im Moos und schnupperte an einem sehr interessanten Pilz, der dann verboten wurde. Menschen haben da komische Regeln.
Die ersten Stunden fuhren wir durch Dänemark. Es sah ein bisschen aus wie Norddeutschland, nur aufgeräumter. Ich fand’s okay. Der Wind war stark, die Aussicht flach. Dann kam die Brücke nach Schweden: lang, hoch, eindrucksvoll. Ich konnte nicht rausschauen – angeschnallt auf dem Rücksitz, aber ich wusste: dahinter beginnt das Abenteuer.
Und ich? Ich war bereit. Mein Reiseziel roch nach Freiheit, Seen und vielleicht ein bisschen Elch.
Einreise mit Extras – oder: Warum ich wurmtechnisch überprüft wurde

Man sagt ja, Reisen bildet. Ich sage: Reisen belehrt – vor allem Vierbeiner wie mich. Zum Beispiel habe ich gelernt, dass man für eine Tour nach Schweden nicht einfach so ins Auto springen kann. Nein, da gibt es Vorschriften. Und zwar solche, bei denen selbst ich die Stirn runzle – wenn ich eine hätte.
Erstens: Ich brauche einen Pass. Nicht irgendeinen, sondern einen EU-Heimtierausweis. Da stehen Dinge drin wie mein Chip, meine Impfungen und das Geburtsdatum, das mein Frauchen geschätzt hat, als sie mich damals aus dem Tierschutz geholt hat. Er ist blau, knistert ein bisschen – und ich darf ihn nicht zerfressen. Ich habe es ausprobiert. Kam nicht gut an.
Zweitens: Tollwutimpfung – Pflicht. Sie muss mindestens 21 Tage alt sein. Ich bin geimpft. Meine Menschen sind es nicht. Ich erwähne das nur, falls einer von uns zum Elch wird.
Drittens – und jetzt wird’s delikat: Bandwurmbehandlung. Für Hunde, die aus bestimmten Ländern kommen (zum Beispiel Deutschland), verlangt Schweden eine tierärztlich bestätigte Entwurmung, durchgeführt innerhalb von 120 bis maximal 24 Stunden vor Einreise. Ja, richtig gehört. Ich wurde entwurmt. Und meine Menschen mussten das schriftlich nachweisen.
Die Tierärztin hat ein Formular ausgefüllt, mein Pass wurde gestempelt, und ich bekam ein Leckerchen. Nicht weil ich es mochte – sondern weil ich tapfer war. Das bin ich immer, wenn ich nicht weiß, was passiert.
An der Grenze hat niemand kontrolliert. Aber meine Menschen waren vorbereitet – mit einem Ausdruck, der sagt: „Wir könnten sofort belegen, dass dieser Hund offiziell wurmfrei ist.“ Ich war ein bisschen stolz. Und ein bisschen beleidigt.
Wald, Wasser, Wunder – Mein erster Tag in Småland

Småland. Allein das Wort klingt schon nach Moos, Bäumen und Dingen, die man nicht waschen kann. Wir kamen am Nachmittag an – die Sonne stand tief, der Wald stand still. Ich stand mittendrin. Und ich schwöre: Selbst das Gras roch nach Abenteuer.
Unsere Unterkunft lag direkt am Waldrand. Ein kleines Haus mit Holzstapel, großer Veranda – und einem Gartentor, das mehr klappert als schützt. Perfekt. Ich habe es sofort markiert. Drinnen: viel Holz, wenig Teppich, gute Akustik. Ich habe getestet, wie weit mein Bellen trägt. Ergebnis: bis zur Küche. Reicht.
Kaum ausgepackt, ging’s los. Meine Menschen wollten „nur mal gucken, wie der Weg aussieht“. Wir waren zwei Stunden weg. Ich habe drei Vögel verbellt, vier Pfützen inspiziert und eine Maus vermutet. Letzteres war unbestätigt.
Der Wald war… wie soll ich sagen? Groß. Echokalt. Unendlich. Man hört dort Dinge, die man sonst überhört. Einen knackenden Ast. Ein Käuzchen. Einen Menschen, der versucht, GPS zu verstehen. Und mitten in all dem: Ich. Frei. Schnüffelnd. Glücklich.
Später, zurück am Haus, lag ich auf der Veranda. Die Sonne ging unter wie in einem dieser kitschigen Filme, die meine Menschen mögen. Ich lag da. Keine Leine. Kein Lärm. Nur ein Geräusch, das ich nicht kannte.
Meine Menschen horchten auf.
„War das… ein Elch?“, flüsterte Frauchen.
Ich hob den Kopf. Und dachte: Falls ja – ich bleib auf der Veranda.
Hund erlaubt! – Und andere Überraschungen
Ich wusste ja, dass Schweden entspannt ist. Aber dass ich dort wie ein Ehrengast behandelt werde, das hat selbst mich überrascht.
Unsere Unterkunft hatte nicht nur ein Körbchen für mich bereitgestellt, sondern auch eine handgeschriebene Notiz: „Willkommen, kleiner Abenteurer.“
Ich habe kurz überlegt, ob sie mich meinten. Dann hab ich das Kissen eingenommen – der Fall war geklärt.
Spazierwege starten direkt vor der Tür. Ohne Leinenpflicht, aber mit gesundem Menschenverstand. Das heißt: Ich durfte frei laufen, solange ich nicht versuchte, einem Reh das Abendprogramm zu verderben. Ich hab’s nicht getan. Nur angeschaut. Intensiv. Einmal.
Restaurants? Einige sagten „Ja, gern“ – andere „Nur draußen“. Was okay war, denn draußen war es sowieso schöner. Ich bekam Wasser, ein paar freundliche Blicke und einen Keks von einer Bedienung, die mich „kleinen König“ nannte. Ich hab sie angeschaut, als wüsste ich das längst.
An den Seen: Baden erlaubt. Überall. Für mich jedenfalls. Meine Menschen hatten Handtücher dabei. Ich hatte Matsch. Gleichstand.
Auch im Supermarkt wurde an mich gedacht. Nicht im Laden selbst – da darf ich nicht rein – aber draußen: Haken zum Anleinen im Schatten, Näpfe mit frischem Wasser. Einer davon mit Eiswürfeln. Ich habe ihn zweimal benutzt. Danach war er meiner.
Wichtig: Meine Menschen haben mich dort nie allein gelassen. Auch nicht für ein paar Minuten. Nicht in Schweden – und sonst auch nicht.

Denn ja, es gibt Diebstahl. Und wer seinen Hund liebt, riskiert ihn nicht für Tiefkühlgemüse.
Was ich sagen will: Schweden macht es einem Hund leicht, sich willkommen zu fühlen. Kein Getue. Keine Hundeverbote auf jedem Schild. Nur: Komm rein. Sei nett. Und bring kein Drama mit. Ich? Ich bring nur Pfotenabdrücke. Und ein bisschen Charme.
Pannen, Pfützen und Pfotenhumor – was wirklich passiert ist
Ich sag’s gleich: Nicht alles lief glatt. Aber alles lief irgendwie. Vor allem ich. In eine Pfütze. Mit Anlauf.
Es begann mit einem harmlosen Waldspaziergang. Meine Menschen wollten „nur mal kurz den Hügel hoch“. Ich wollte „nur mal kurz ins Gebüsch“. Treffer: Ich fand eine sehr tiefe, sehr matschige Stelle. Und landete darin. Komplett. Meine Menschen seufzten nur. Laut.
Zurück im Haus versuchte man, mich mit einem Handtuch zu überzeugen, dass ich jetzt sauber sei. Ich habe mit einem Blick geantwortet, der sagte: „Ihr hättet mich vorher fragen können.“
Ein anderes Mal versuchte ich, die falsche Ferienhaustür zu öffnen. Es roch nach Essen. Ich klopfte – also, ich kratzte. Drinnen: eine schwedische Familie, sehr überrascht. Meine Menschen holten mich zurück, entschuldigten sich auf drei Sprachen und gaben mir ein Leckerchen, damit ich mich schämte. Ich habe es genommen. Und es später nochmal versucht.
Es gab auch kleinere Dramen: Einen nassen Schlafplatz. Eine entkommene Wurst. Ein Ball, der den Hang hinunterrollte und nie wieder auftauchte. Ich habe alles verkraftet. Und dokumentiert. Mit Schlamm, Haaren – und gelegentlichem Gekläff.
Fazit? Pannen passieren. Aber wenn man sie mit Würde trägt (und einem gewissen Talent zur Selbstüberschätzung), wird daraus: eine Geschichte.
Rudelzeit & Rückspiegel – Was bleibt
Am letzten Abend saß ich wieder auf der Veranda. Gleicher Blick, gleiche Ruhe – aber irgendwas war anders. Ich war nicht mehr der neugierige Anfänger vom ersten Tag. Ich war… ein Schwedenkenner. Ein Waldläufer. Ein erfahrener Matsch-Stratege.
Meine Menschen saßen neben mir. Eine Decke, zwei Tassen Tee, drei müde Lächeln. Es war nicht spektakulär. Aber echt. Und ich spürte: Das war gut.
Reisen mit dem Rudel ist kein Abenteuer mit GPS. Es ist ein Zustand. Ein Geruch. Eine Spur, die man gemeinsam hinterlässt. Und ja – manchmal auch ein Handtuch, das man besser nicht wäscht, weil es nach Erinnerung riecht.
Was bleibt? Ein Ort, der bellt, wenn ich ihn träume. Ein Gefühl, das sagt: „Das war nicht nur Urlaub. Das war Freiheit mit Leckerchen.“
Ich würd’s wieder tun. Mit meinen Menschen. Mit diesem Wald. Und vielleicht – ganz vielleicht – mit einem Elch auf Abstand.
Bonus: Luca’s Tipps für Schwedenfreunde auf vier Pfoten

1. Pass auf die Papiere auf.
Nicht jeder Hund braucht einen Pass – aber wer nach Schweden will, braucht einen EU-Heimtierausweis, eine Tollwutimpfung und, ja: eine Wurmkur mit Beleg. Ich empfehle: Lass deine Menschen das klären. Du konzentrierst dich auf das Leckerchen danach.
2. Bleib dran – aber nicht alleine.
Anleinen vorm Supermarkt? Ja. Alleinlassen? Nein. Nicht in Schweden. Nicht bei 20 Grad. Nicht für fünf Minuten. Wenn dich jemand mitnimmt, kann dein Rudel gleich mitheulen.
3. Nimm das Wetter, wie’s kommt.
Spätsommer in Schweden ist wunderschön – aber: morgens kühl, mittags warm, abends feucht. Pack ein Handtuch ein. Oder zwei.
4. Lerne: Nicht jeder Ast gehört dir.
Schwedische Wälder sind groß, still – und voller anderer Tiere. Rehe. Elche. Füchse mit Humor.
Bleib bei deinem Rudel. Es macht mehr Spaß. Und weniger Ärger.
5. Finde deinen Lieblingsplatz.
Ein Steg. Eine Veranda. Ein Moosbett, das niemand kennt. Du wirst ihn erkennen. Er riecht nach dir. Dorthin willst du zurückkehren – selbst im Traum.
6. Bonus-Tipp: Wenn du einen Elch siehst – tu so, als wär’s normal.
Vertrau mir. Die Menschen haben schon genug Drama.
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Euer 4Pfoten-Urlaub-Team
