Wandern mit Hund im Engadin – Dein tierischer Ausflug ins Hochtal

Das Engadin – ein Hochtal in den Schweizer Alpen, das nicht nur Naturfreunde, sondern auch Hundebesitzer ins Schwärmen bringt. Hier treffen klare Bergluft, weite Täler und glitzernde Seen auf ein Wegenetz, das wie geschaffen ist für gemeinsame Abenteuer auf vier Pfoten. Ob du gemächlich entlang eines Bergbaches spazierst oder dich mit deinem Vierbeiner auf eine aussichtsreiche Höhenwanderung wagst – im Engadin findest du eine Mischung aus Ruhe, Weite und Abwechslung, die euch beiden guttut. Und das Beste: Viele Routen sind so geplant, dass auch dein Hund genügend Gelegenheiten zum Schnuppern, Toben und Abkühlen im Wasser hat.
Engadin kompakt: Geografie & Natur
Das Engadin liegt im Kanton Graubünden und erstreckt sich über rund 80 Kilometer entlang des Oberlaufs des Inn – von Maloja im Westen bis nach Martinsbruck an der österreichischen Grenze. Unterteilt wird es in das Oberengadin mit bekannten Orten wie St. Moritz, Pontresina oder Sils und das ursprünglicher wirkende Unterengadin mit Dörfern wie Scuol, Guarda oder Ardez.
Geprägt wird die Landschaft von einer beeindruckenden Kulisse: mächtige Gipfel der Bernina- und Silvretta-Gruppe, tiefblaue Seen wie der Silsersee oder Silvaplanersee und weitläufige Arven- und Lärchenwälder. Diese sorgen im Sommer für schattige Abschnitte auf den Wanderwegen: eine Wohltat an warmen Tagen, gerade auch für Hunde.
Besonders reizvoll ist die Vielfalt der Natur: blühende Bergwiesen im Frühsommer, goldgelbe Lärchen im Herbst und klare Bäche, die sich durchs Tal schlängeln. Mit etwas Glück entdeckst du Murmeltiere, Steinböcke oder Adler – wobei dein Hund hier natürlich an die Leine gehört, um die Wildtiere nicht zu stören.
Hundefreundliche Rahmenbedingungen
Im Engadin sind Hunde auf den meisten Wanderwegen herzlich willkommen. Dennoch gelten einige Regeln, die du kennen solltest. In der freien Natur besteht vielerorts Leinenpflicht, besonders während der Setzzeit des Wildes im Frühling sowie in der Jagdsaison im Herbst. In Schutzgebieten, wie etwa rund um den Schweizerischen Nationalpark, ist das Anleinen ganzjährig vorgeschrieben.
In vielen Orten des Engadins findest du zudem Trinkbrunnen, hundefreundliche Bergbahnen und Gasthäuser, in denen dein Vierbeiner gern gesehen ist. Mit dieser Rücksichtnahme auf Mensch, Tier und Natur steht einem entspannten Wanderurlaub nichts im Wege.
Ausgewählte Wanderrouten mit Hund im Engadin
Via Engiadina (Unterengadin)
Die Via Engiadina ist ein Klassiker – ein Höhenweg, der sich in mehreren Etappen durch das Unterengadin zieht. Entlang malerischer Dörfer mit sgraffitogeschmückten Häusern und durch blühende Wiesen wanderst du hier oft abseits großer Touristenströme. Ideal für aktive Hunde, die lange Strecken gewohnt sind. Teilabschnitte lassen sich gut als Tagestour planen; unterwegs gibt es immer wieder Bäche zum Abkühlen.
Von Scuol nach Sent über Motta Naluns

Diese Route beginnt mit einer bequemen Auffahrt per Bergbahn von Scuol nach Motta Naluns. Von dort aus führt ein Panoramaweg über weite Alpwiesen nach Sent. Die Strecke ist überwiegend flach bis leicht abfallend und bietet zahlreiche Schattenplätze. Perfekt für entspannte Tageswanderungen mit Hund und für Wanderer, die Höhenmeter lieber bergab sammeln.
Panoramaweg Pontresina – Muottas Muragl
Etwa zehn Kilometer pure Aussicht: Dieser Weg verbindet Pontresina mit dem Aussichtsberg Muottas Muragl. Der Weg ist mittelschwer, bietet jedoch kaum technische Schwierigkeiten und wird von grandiosen Ausblicken ins Oberengadin begleitet. Unterwegs gibt es Rastplätze, an denen auch dein Hund verschnaufen und Wasser trinken kann.
Val Roseg-Talwanderung
Das Val Roseg bei Pontresina ist ein autofreies Tal – du erreichst es zu Fuß, mit dem Rad oder per Pferdekutsche. Der breite, sanft ansteigende Weg führt durch dichte Wälder und entlang des Rosegbaches bis zu einer Hütte mit Terrasse. Unterwegs gibt es immer wieder Stellen, an denen dein Hund ins Wasser kann. Eine ruhige, entspannte Tour für Naturgenießer.
Warum das Engadin perfekt für deinen Wanderurlaub mit Hund ist
Das Engadin ist eine dieser Landschaften, in denen man schon nach wenigen Schritten das Gefühl hat, tief durchatmen zu können. Die Weite der Täler, das klare Licht, die Stille – all das wirkt wie ein natürlicher Reset-Knopf. Für Hunde ist es ein Paradies: kühle Bergluft, sauberes Wasser an fast jeder Ecke und eine abwechslungsreiche Mischung aus offenen Flächen und schattigen Wäldern.
Die Region bietet dir die Freiheit, deine Touren genau an die Kondition deiner Fellnase anzupassen. Von kurzen Spaziergängen am Seeufer bis hin zu ganztägigen Höhenwanderungen ist alles möglich. Viele Routen verlaufen so, dass ihr fernab vom Verkehr unterwegs seid, was nicht nur sicherer, sondern auch entspannter ist.
Und: Die Einheimischen sind an Gäste mit Hund gewöhnt. Ob auf der Alm oder im Dorf – oft wirst du mit einem freundlichen Nicken empfangen, manchmal sogar mit einer Schüssel Wasser für deinen Vierbeiner.
Wann & wo es besonders schön ist

Das Engadin zeigt sich je nach Jahreszeit von ganz unterschiedlichen Seiten – und jede hat ihren Reiz für Hundebesitzer.
Im Frühling erwachen die Bergwiesen, erste Blumen sprießen und die Luft ist klar und kühl. Ideal für ausgedehnte Wanderungen, bei denen dein Hund noch nicht von sommerlicher Hitze ausgebremst wird. Besonders schön: die Spazierwege rund um den Silvaplanersee, wenn die Uferwege noch angenehm ruhig sind.
Der Sommer lockt mit langen Tagen und unzähligen Routen in mittleren Höhenlagen. Jetzt ist die perfekte Zeit für Touren mit Wasserzugang – wie entlang des Inns zwischen Zernez und Susch, wo dein Vierbeiner immer wieder planschen kann.
Im Herbst leuchten die Lärchen in goldenen Tönen, die Temperaturen sind angenehm und die Fernsicht ist oft spektakulär. Ein Geheimtipp ist der Höhenweg von Guarda nach Ardez: mäßig frequentiert, mit Blicken ins Tal, die selbst Einheimische nicht alltäglich sehen.
Egal zu welcher Jahreszeit – wer die Haupttouristenströme meidet und ein bisschen abseits der bekannten Pfade unterwegs ist, entdeckt im Engadin stille Ecken, die sich anfühlen, als gehörten sie nur euch beiden.
Wandern mit Hund im Engadin: Tipps für unterwegs
Damit deine Wanderung im Engadin für dich und deinen Hund rundum angenehm verläuft, lohnt sich ein bisschen Vorbereitung:
Wasser & Futter: Auch wenn es im Engadin viele Bäche und Brunnen gibt, solltest du immer etwas Trinkwasser dabeihaben – vor allem auf längeren Etappen oder an heißen Tagen.
Rücksicht auf Wildtiere: Murmeltiere, Rehe oder Steinböcke sind faszinierend zu beobachten, für Hunde aber oft ein zu starker Reiz. Halte deinen Vierbeiner in der Nähe und an der Leine, wenn ihr Wildtiere entdeckt.
Sonnenschutz & Pausen: Auf Höhenwegen gibt es oft nur wenig Schatten. Plane Pausen an schattigen Plätzen ein und achte auf Anzeichen von Überhitzung bei deinem Hund.
Achte auf Markierungen: Das Wegenetz im Engadin ist gut ausgeschildert. Folge den gelben Wegweisern und informiere dich vorab über die Schwierigkeitsgrade, um die passende Route zu wählen.
Hundekot entsorgen: Nimm immer Kotbeutel mit und nutze die vorhandenen Entsorgungsstationen. Die Natur dankt es dir – und die Einheimischen ebenso.
Mit diesen einfachen Maßnahmen genießt ihr beide die Touren stressfrei und könnt euch ganz auf die landschaftlichen Highlights konzentrieren.

Fazit & Motivation
Ob gemütlicher Spaziergang am See, aussichtsreiche Höhenwanderung oder entspanntes Talabenteuer – das Engadin bietet dir und deinem Hund unzählige Möglichkeiten, Natur und Bewegung zu genießen. Die Kombination aus klarer Bergluft, abwechslungsreicher Landschaft und hundefreundlicher Infrastruktur macht die Region zu einem Reiseziel, das ihr beide lieben werdet. Also: Rucksack packen, Leine einhaken und losziehen – die Berge warten schon.
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Euer 4Pfoten-Urlaub-Team