Leinenführigkeit Teil I: Wie Mensch und Hund durch die Leine verbunden sind

4Pfoten-Urlaub Leinenführigkeit
4Pfoten-Urlaub mit der Leine verbunden

Wir starten hier mit einer neuen Artikelserie zum Thema „Leinenführigkeit“ mit vielen interessanten Informationen, Tipps und Hilfestellungen für den entspannten Gassi-Alltag.

Heute geht es uns erst einmal darum, die Hundeleine positiv zu belegen – vor allem aus Sicht des Menschen. Eine Leine dient nämlich – wie viele offenbar glauben – weder der Freiheitsberaubung Ihres Vierbeiners, noch ist sie ein lästiges „Mittel zum Zweck“ oder gar Foltergerät.

In den weiteren Artikeln erfahren Sie dann,

Zum Schluss erhalten Sie wertvolle Tipps, wie Sie mit zusätzlichen Herausforderungen im Leinen-Alltag gelassen umgehen können.

Fangen wir an!

Die Leine und ihr Ruf

Bei vielen Menschen hat die Hundeleine keinen allzu guten Ruf. Sie stellen sich einen angeleinten Hund als unfrei und nicht selbstbestimmt vor. Der Hund sieht das allerdings durchaus anders, denn für ihn bedeutet die Leine Sicherheit. Was Ihr Hund unter Freiheit versteht? Dass Sie als sein Mensch die Verantwortung durch Führung übernehmen und er sich um nichts Sorgen machen muss!

Sobald Ihr Hund gelernt hat, entspannt an lockerer Leine mit Ihnen zu gehen, werden Sie anfangen, die Leine als das zu sehen, was sie ist: Eine Verbindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund sowie eine hervorragende Möglichkeit, um ihm Sicherheit zu vermitteln, ihn vor Gefahren zu schützen und fast ganz nebenbei eine tiefe Bindung zwischen Ihnen beiden zu entwickeln.

Was ist die Leine nicht? Sie ist keine Strafe. Entsprechend sollte sie bitte auch nicht als Strafmethode eingesetzt werden. Möchten Sie Ihrem Vierbeiner zeigen, dass er nicht an der Leine ziehen soll? Verzichten Sie aufs Rucken, Reißen und Zurückzerren. Das ist weder aus physiologischer und psychologischer Sicht gesund noch aus erzieherischer Sicht hilfreich.

Die gute Nachricht: Es geht auch ganz anders; vor allem besser, gesünder und entspannter!

Für Ihren Hund ist die Leine etwas Wundervolles!

4Pfoten-Urlaub Leinenführigkeit
4Pfoten-Urlaub Spaß an der Leine

Kommt es Ihnen bekannt vor? Sie ziehen Jacke und Stiefel an und nehmen die Leine vom Haken. Ihr Hund sieht: „Es geht los!“, und vollführt wahre Freudentänze. Für ihn ist die Leine einfach nur super. Sie bringt ihn hinaus in eine Welt voller Erlebnisse, Neuigkeiten und interessanter Begegnungen. Wenn aber Sie als sein Mensch die Leine nicht mögen, wird Ihr Vierbeiner nie lernen, dass Sie ihn damit praktisch an die Hand nehmen und souverän durch alle denkbaren Situationen führen können.

Ihre innere Einstellung zur Hundeleine

Betrachten Sie die bisher eher unerwünschte und vor allem lästige Hundeleine doch einmal von einer neuen Warte aus:

  • Als Ihren verlängerten Arm, mit dem Sie zu Ihrem Hund Kontakt aufnehmen und seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
  • Als Mittel zur Entlastung und weniger Stress für Ihren Hund, weil er keine eigenen Entscheidungen treffen muss, sondern sich auf Sie verlassen kann.
  • Als Hilfsmittel, ihn sicher an realen oder vermeintlichen Gefahren entlang zu führen, seien es andere Hunde, Fahrradfahrer, Kinderwagen, kreischende Kinder, Mülltonnen…

Betrachten Sie die Leine bitte nicht als Mittel zur Erziehung oder gar zur Strafe. Betrachten Sie sie lieber als Begrenzung, damit Ihr Hund zum Beispiel nicht einfach über die Straße rennt, wenn sich auf der anderen Seite eine Katze, ein Hund oder etwas anderes befindet, das er megaspannend findet.

Bitte beachten Sie: Auch ein angeleinter Hund möchte freundlich angesprochen und nicht einfach wortlos weitergezerrt werden! Das gilt für die Beendigung von Schnüffelpausen ebenso wie für Richtungswechsel.

Warum läuft der Hund nicht einfach an der Leine nebenher?

4Pfoten-Urlaub Leinenführigkeit
4Pfoten-Urlaub keine Lust auf Leine

Neben dem Rückruf ist das Gehen an lockerer Leine für den Hund eine der schwierigsten Übungen überhaupt. Für ihn bedeutet das Nebenherlaufen zunächst einmal Langeweile und sogar Frust, denn der schlendernde Mensch ist ihm viel zu langsam, und außerdem muss alles Interessante links und rechts ignoriert werden.

Hunde sind es von Natur aus gar nicht gewohnt, Seite an Seite spazieren zu gehen. Sogar Hunde, die eng miteinander befreundet sind, gehen in aller Regel nicht wie wir Menschen stets nebeneinander her. Im Gegenteil: Der eine Vierbeiner läuft hier entlang, der andere dort. Gelegentlich wird gemeinsam an einem Grasbüschel geschnuppert, dann gehen beide wieder ihrer jeweils eigenen Wege. Mal sind sie hintereinander unterwegs, mal in unterschiedlichen Richtungen. Sie folgen all den spannenden Gerüchen und Geräuschen unterwegs, die wir Menschen nicht einmal wahrnehmen. Sie buddeln einen Maulwurfshügel auf, jagen Mäuse… und wir Menschen? Wir gehen langsam an der Straße entlang und verlangen von unserem Hund, dass er brav neben uns bleibt und alles links liegen lässt, was ihn von Natur aus interessiert und das eigentlich genauestens untersucht werden müsste.

Die natürliche Gangart eines gesunden Hundes ist der Trab. Langsam mitzuschlendern, dafür braucht er ein gehöriges Maß an Selbstkontrolle. Die Gründe, warum ein Hund an der Leine zieht, können sehr unterschiedlich sein. Schauen wir sie uns einmal genauer an.

Warum ein Hund an der Leine zieht – mögliche Gründe

  • Er ist noch ein Welpe und hat es einfach noch nicht gelernt, an der Leine zu gehen.
  • Er hat noch nicht verstanden, wie das Konzept „An der Leine gehen“ funktioniert.
  • Er hat das Ziehen an der Leine gelernt.
  • Er hat Angst, an der Leine zu gehen.
  • Er lässt sich nicht anleinen, weil er ängstlich oder handscheu ist.
  • Der Mensch am anderen Ende der Leine ist langweilig, also zieht der Hund in die Richtung, wo es etwas Spannendes zu untersuchen gibt.
  • Der Mensch hat schlechte Laune (vielleicht weil der Hund an der Leine zieht), und der Hund will einen größtmöglichen Abstand zu dem Griesgram aufbauen.
  • Heftiges Rucken und Reißen an der Leine verursachen dem Hund Stress und Schmerzen, dem er durch Ziehen entkommen will.
  • Angeleint zu werden, bedeutet für den Hund Action und Aufregung. Er kann in dieser Stimmungslage gar nicht entspannt an der Leine gehen.
  • Der Hund verbindet mit der Leine Arbeit und wartet darauf, die Befehle seines Menschen ausführen zu „dürfen“. Er kann aufgrund der inneren Anspannung nicht locker mitgehen.
  • Ängstliche und unsichere Hunde wollen für sie unangenehme und beängstigende Situationen möglichst schnell verlassen.
  • Der Hund kann grundsätzlich an lockerer Leine mitgehen, bis er einen anderen Hund, eine Katze, ein Eichhörchen oder etwas anderes Spannendes entdeckt. Dass er wegen der Leine nicht einfach hinlaufen kann, frustriert ihn und macht ihn möglicherweise leinenaggressiv.

Probieren Sie einmal aus, die genannten möglichen Gründe als Weg zum Ziel zu sehen. Haben Sie den Grund erkannt, warum Ihr Hund an der Leine zieht (und es können durchaus mehrere Gründe sein), ist die Lösung ganz nah.

Im nächsten Artikel schauen wir uns das Thema „Stress durch Ziehen“ genauer an und informieren Sie über die ideale Grundausstattung für das Leinentraining.

Dieser Artikel über die Flexi Leine könnte Sie auch interessieren.

Wir hoffen, euch hat unser Blogartikel gefallen! Bei Ideen, Anregungen oder Korrekturwünschen bitten wir um einen Kommentar 🙂

Euer 4Pfoten-Urlaub-Team

 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll to Top