Teil 1: Übergewicht beim Hund und die möglichen Ursachen

4Pfoten-Urlaub stark übergewichtiiger Hund

Übergewichtige Hunde sind leider keine Seltenheit. Die meisten von den Fellnasen neigen von Natur aus dazu, kräftig zuzulangen, sobald es etwas zu futtern gibt. Auch sind viele Hundebesitzer der Meinung, ihre Vierbeiner mittels Leckerchen verwöhnen zu müssen, und geben ihnen viel mehr, als den Hunden gut tut.

Übergewicht beim Hund ist genauso ernstzunehmen wie Übergewicht beim Menschen. Die Folgen für die Gesundheit der Fellnasen können sehr schwerwiegend sein, und außerdem geht es hier eindeutig um ihre Lebensqualität. Es ist doch viel schöner, fröhlich über die Wiese zu flitzen als sich schwer atmend hinüberzuquälen.

In diesem Artikel klären wir auf, woran Sie Übergewicht bei Ihrem Hund erkennen und welche Faktoren dafür verantwortlich sein können.

Wann ist ein Hund übergewichtig?

Liegt das Gewicht eines Hundes zehn Prozent über seinem Idealgewicht, ist er übergewichtig – so besagt es eine Faustregel. Bei den kleineren Exemplaren unter unseren Vierbeinern reicht da oft schon ein einziges Kilogramm. Aber wie lässt sich das Idealgewicht eines Hundes bestimmen?

Das ist relativ einfach: Gucken Sie genau hin und tasten Sie ihn ab!

Der Hund sollte ruhig und möglichst gerade auf allen Vieren stehen. Fahren Sie mit den Fingerkuppen gleichzeitig links und rechts über die Rippenpaare. Sind die letzten beiden Paare ohne Druck gut zu ertasten? Oder müssen Sie etwas drücken, bis Sie die Rippen erspüren können?

Übergewicht beim Hund: Der Body Condition Score (BCS)

Dieser Wert sagt ähnlich wie der BMI beim Menschen etwas darüber aus, ob ein Hund übergewichtig ist. Bestimmen lässt er sich durch vier Punkte:

  • Ist der Ansatz der Rute verdickt?
  • Hat der Hund eine erkennbare Taille, wenn er von oben betrachtet wird?
  • Wie breit ist der Rücken?
  • Lassen sich die Rippen ertasten?

So stellen Sie konkret fest, ob Ihr Hund übergewichtig ist:

  • Sie können die Rippen unter dem Fell gar nicht oder nur schwer ertasten.
  • Ihr Hund hat von oben betrachtet keine erkennbare Taille.
  • An den Gliedmaßen, an der Rute sowie im Hals- und Lendenbereich befinden sich erhöhte Fettablagerungen.
  • Der Bauchumfang ist deutlich vergrößert.
  • Ihr Vierbeiner hechelt stark auch bei normalem Tempo und gemäßigtem Wetter; er wirkt außerdem träge und lustlos.

Trifft auch nur einer der genannten Punkte auf Ihren Hund zu? Dann sollten Sie bitte mit ihm zum Tierarzt Ihres Vertrauens gehen. Der Veterinär wird die genaue Ursache für das Übergewicht feststellen, eine ernsthafte Erkrankung hoffentlich ausschließen können und eine kontrollierte und zielgerichtete Futterumstellung für Ihren Hund erarbeiten.

Was ist Adipositas beim Hund?

Der Fachbegriff für Fettleibigkeit lautet „Adipositas“. Nicht nur wir Menschen, auch unsere Hunde können darunter leiden. Von Adipositas spricht der Tierarzt, wenn das Gewicht des Vierbeiners 15 bis 20 Prozent über seinem Idealgewicht liegt.

Während leichtes Übergewicht noch nicht unbedingt dramatisch ist, sollten bei Adipositas die Alarmglocken läuten, denn hier handelt es sich um eine klar definierte Krankheit mit Folgen, die Sie keinesfalls unterschätzen sollten.

Ursachen für Übergewicht bei Hunden

4Pfoten-Urlaub diese Bulldogge hat auch zu viel auf den Rippen

Grundsätzlich geht es unseren Vierbeinern nicht anders als uns. Essen sie zu viel, nehmen sie zu. Essen sie weniger als sie benötigen, nehmen sie ab. Ein Hund, der sich eher wenig bewegt, hat einen geringeren Energiebedarf als ein aktiverer Artgenosse. Darüber hinaus gibt es allerdings weitere Faktoren, die das Gewicht eines Hundes beeinflussen:

Rasse

In den meisten Fällen ist es wohl einfach so, dass der Appetit der Fellnase größer ist als sein Energiebedarf. Das betrifft vor allem Rassen, die genetisch bedingt ohnehin einen geringeren Energiebedarf haben. Sie scheinen ihren Napf nur angucken zu müssen, um Gewicht zuzulegen. Besonders häufig betroffen sind Dackel, Beagle, Cocker Spaniel sowie Golden und Labrador Retriever.

Alter

Bei der Wahl der richtigen Ernährung ist auch das Alter des Hundes zu beachten. Wenn Sie Ihren Welpen reichhaltig ernähren, neigt der Hund im Alter eher zu Übergewicht. Der Grund dafür ist, dass der junge Hund sich eine große Fettzellen-Basis anfuttert, deren Anzahl sich später nicht mehr ändert.

Welpen und Junghunde werden durch die erhöhte Zahl an Fettzellen nicht dick, sie wachsen lediglich schneller. Eine Überfütterung ist daher in der Wachstumsphase nur schwer erkennbar. Im Alter neigen diese Hunde dann allerdings zum Übergewicht.

Zu beachten ist außerdem, dass sich bei Vierbeinern im Seniorenalter der Stoffwechsel nochmals verändert und der Energiebedarf wieder sinkt. Das hängt sowohl mit den körperlichen Bedingungen als auch mit dem veränderten Aktivitätslevel zusammen. Je älter der Hund ist, desto schwieriger wird es daher für ihn, überflüssiges Gewicht zu verlieren.

Bewegung

Ist Ihr Hund gesundheitlich eingeschränkt und mag oder kann sich nicht (mehr) so gut bewegen? Sind unsere Vierbeiner chronisch erkrankt, zum Beispiel an Hüftgelenks- oder Ellbogendysplasie, an einer Erkrankung der Atemwege oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, sprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt über eine Futterumstellung, die dem reduzierten Aktivitätslevel entspricht.

Hormone und Kastration

Kastrierte Hunde werden ruhiger und haben gleichzeitig einen größeren Appetit. Kleine Mahlzeiten, weniger Kalorien und eine angemessene Menge an sportlicher Aktivität können das Problem zügig und langfristig lösen. Aber auch hier gilt: Jeder Hund ist ein Individuum!

Lassen Sie Ihren Tierarzt vorab checken, ob vielleicht eine hormonelle Erkrankung vorliegt, zum Beispiel

  • eine Unterfunktion der Schilddrüse,
  • eine Überfunktion der Nebenniere oder
  • eine Fehlfunktion der Geschlechtsdrüsen.

Auch die Möglichkeit einer krankheitsbedingten Wassereinlagerung sollte vom Veterinär geprüft und bei Bedarf behandelt werden.

Medikamente

Manche Medikamente steigern den Appetit und/oder senken den Energiebedarf. Es ist für Ihren Hund nicht einfach, sein Gewicht zu halten, wenn er zum Beispiel

  • Cortison-Präparate,
  • krampflösende Medikamente oder
  • Progesteron-Präparate

erhält. Ist Ihr Vierbeiner chronisch erkrankt und nimmt die Medikamente dauerhaft, sollten Sie das Futter anpassen.

Artverhalten

Unsere Hunde stammen von den Wölfen ab. Das gilt für die Deutsche Dogge ebenso wie für den Chihuahua. Die Wölfe sind und waren darauf angewiesen, sich die Bäuche zu füllen, wenn Nahrung vorhanden ist oder war. Niemand weiß, ob die nächste Jagd wieder erfolgreich sein wird.

Viele (nicht alle!) ihrer hundischen Nachfahren halten es heutzutage genauso – auch wenn sie es eigentlich nicht müssten. Ist der Napf voll, wird gegessen. Wer weiß, wann er wieder gefüllt wird?

Weitere Einflüsse auf das Essverhalten unserer Vierbeiner sind ihr soziales Verhalten und ihr Rang im Rudel. Fehler beim Füttern können zu Verhaltensstörungen führen, beispielsweise zu einem gestörten Sättigungsgefühl oder sogar zu Depressionen.

Hat der Tierarzt körperliche Ursachen für das Übergewicht ausgeschlossen, ist ein gut ausgebildeter und empathischer Hundetrainer Ihr nächster Ansprechpartner.

Lebensstil

Sie als Hundehalter sind verantwortlich für die Gesundheit und das Wohl Ihres vierbeinigen Schützlings. Bedenken Sie, dass Übergewicht kein Schönheitsfehler ist, sondern zu chronischen Krankheiten und einer stark eingeschränkten Lebensqualität Ihres Hundes führen kann.

Achten Sie daher bitte darauf, dass Ihr Hund die nötige Bewegung bekommt. Ein agiler Husky oder Dalmatiner ist bei aktiven und bewegungsfreudigen Menschen besser aufgehoben als bei einer Familie, die es sich lieber gemütlich macht.

Sorgen Sie für möglichst regelmäßige Fütterungszeiten und geben Sie die Snacks zwischendurch eher sparsam. Wenn Sie mit Ihrem Hund trainieren und über Leckerbissen belohnen, müssen Sie diese – zumindest in Hinsicht auf die Kalorien – von den regulären Mahlzeiten abziehen.

Futter

Alles, was so richtig lecker ist, macht dick – da geht es unseren Hunden leider auch nicht viel besser als uns Menschen. Wir lieben Pizza, Kuchen, Pommes und Burger, aber diese Nahrungsmittel eignen sich definitiv nicht für jeden Tag. Auch bei unseren Vierbeinern sollten wir darauf achten, dass sie hauptsächlich hochwertiges und gesundes Futter in den richtigen Mengen erhalten. Wie „richtiges Füttern“ funktioniert, ist auch von der Rasse und vom Aktivitätslevel des Hundes abhängig.

Auch hier wieder unsere Empfehlung: Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt und erarbeiten Sie mit ihm gemeinsam einen individuell abgestimmten „Essensplan“ für Ihre Fellnase.

Was genau die Folgen von Übergewicht bei Hunden sind oder sein können, wie Sie Ihren Vierbeiner beim Abnehmen unterstützen können und worauf Sie bei einer Hundediät achten sollten, erfahren Sie in unserem nächsten Artikel zum Thema.

Wir hoffen, euch hat unser Blogartikel gefallen! Bei Ideen, Anregungen oder Korrekturwünschen bitten wir um einen Kommentar 🙂

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