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24

Jun

2014

Dänemark entschärft Hundegesetz - Urlauber können aufatmen

Das seit 1.Juli 2010 geltende Hundegesetz sorgte in Dänemark und ganz Europa für Schlagzeilen. Es enthält neben einem Verbot zur Haltung, Züchtung und Einfuhr von 13 als gefährlich eingestuften Rassen die Regelung, dass Eigentümer herumstreunende Hunde auf ihrem Privatgelände erschießen dürfen. Darüberhinaus wurde darin festgelegt, dass bei Mensch und Tier für Bissverletzungen verantwortliche Hunde beschlagnahmt und eingeschläfert werden dürfen. Eine juristische Prüfung war für die Tötung nicht notwendig. Aufgrund dieses strengen Gesetzes mieden zahlreiche Touristen Dänemark als Urlaubsziel aus Protest und aus Angst um ihre Tiere. Dank des konsequenten Einsatzes von Tierschutz, Tourismusbranche und dem steigenden Druck der Öffentlichkeit konnte eine Entschärfung des Hundegesetzes erreicht werden. Die Novellierung tritt offiziell am 1. Juli 2014 in Kraft. Urlauber können nun in vielerlei Hinsicht aufatmen.

Eirik_Raudi (Eirik Raudi) pixabay.com
Eirik_Raudi (Eirik Raudi) pixabay.com

Engagement von Tierschutz, Politik und Tourismus

 

Verabschiedet wurde das neue Hundegesetz am 11. Juni 2014 vom dänischen Parlament. Besonders dem Engagement des dänischen Ministers für Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei Dan Jørgensen ist es zu verdanken, dass eine Gesetzesanpassung erreicht werden konnte. Aber auch der vehemente Einsatz von Tierschützern hat sich ausgezahlt. Außerdem hat der Druck, der seitens der Tourismusbranche erhöht wurde, wie beispielsweise eine jahrelange Zusammenarbeit zwischen dem Branchenverband der dänischen Ferienhausvermittlungen und der Ferienhausvermittlung „Sonne und Strand“ beweist, hat zum verbesserten Hundegesetz in Dänemark beigetragen.

 

Änderungen im dänischen Hundegesetz

 

Die markanteste Änderung, die Einheimische gleichermaßen erfreut wie ausländische Hundehalter, betrifft das Erschießen von Hunden auf Privatgrundstücken. Künftig ist es Grundbesitzern verboten fremde Hunde zu erschießen, die sich unerlaubt auf ihrem Grundstück befinden. Stattdessen wird ein Bußgeld von maximal 270 Euro verhängt, das die Hundehalter bezahlen müssen. Nicht weniger positiv wirkt sich die Novellierung auf die Konsequenzen von Beißattacken aus. Während beißende Hunde bisher ohne juristische Prüfung beschlagnahmt und eingeschläfert werden durften, können Hundehalter nun einen Sachverständigen (Tierarzt) hinzuziehen. Er entscheidet ob ein natürliches Verhalten zur Beißattacke geführt hat und von dem entsprechenden Hund dauerhaft eine Gefahr für die Umwelt ausgeht. Hundehalter, die aufgrund einer Angelegenheit mit ihrem Hund auf eine Entscheidung warten, können erleichtert sein. Für sämtliche Fälle wird das neue Gesetz zugrunde gelegt.

Crazypitbull (Yvonne Lüneburger) pixabay.com
Crazypitbull (Yvonne Lüneburger) pixabay.com

Die Rasseliste bleibt weiterhin bestehen, sodass die Haltung, Züchtung und Einfuhr der 13 als gefährlich eingestuften Hunderassen auch künftig verboten ist. Folgende Rassen sind davon betroffen:

  • Pitbull Terrier
  • Tosa Inu
  • Fila Brasileiro
  • Amerikanischer Staffordshire Terrier
  • Dogo Argentino
  • Amerikanische Bulldogge
  • Boerboel
  • Zentralasiatischer Ovtcharka
  • Kaukasischer Ovtcharka
  • Südrussischer Ovtcharka
  • Tornjak
  • Sarplaninac
  • Kangal

Besitzer eines Rassehundes, der auf dieser Verbotsliste steht, sollten weiterhin von einer Einreise absehen. Der Verein „Fair Dog“ engagiert sich gegen die Rasseliste und setzt sich für eine möglichst kurze Unterbringung in Tierheimen ein, während ein Fall gerichtlich verhandelt wird. Es bleibt abzuwarten, ob auch dieses Gesetz angepasst wird.

Generell gilt Dänemark weiterhin als besonders hundefreundlich und bisher sind keine Fälle bekannt, die eine Einschläferung von Urlaubshunden nach sich zogen. Insbesondere nach dieser Entschärfung dürfen Urlauber, die weiterhin mit ihren Vierbeinern nach Dänemark reisen möchten, unbesorgt sein Selbstverständlich sind alle Hundehalter dazu aufgerufen ihrer Verantwortung im Umgang mit Hunden nachzukommen und dafür zu sorgen, dass ihre Vierbeiner stets unter Kontrolle sind.

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Kommentare: 1
  • #1

    Michael Schuldt (Donnerstag, 02 Oktober 2014 13:11)

    Das Hinzuziehen eines Sachverstänigen ist eine Kann-Bestimmung. Die Polizei ist nicht gezwungen, sich daran zu halten. Das Erschiessen eines Hundes auf dem eigenen Grundstück hat mit dem Hundegesetz nicht das geringste zu tun. Hierbei handelte es sich um das Feld- und Wegegesetz von 1872. Ich begreife nicht, dass man so einen Unsinn verbreiten kann und halte es für Verantwortungslos, die Urlauber so falsch zu informieren.

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